KANBAN-System

Das KANBAN-System führt insbesondere zu Bestandssenkungen und einer Reduzierung der Durchlaufzeiten und des Steuerungsaufwandes.

Die Produktivitätssteigerungen resultieren im Wesentlichen aus einer rein am Verbrauch orientierten und einer vereinfachten administrativen und logistischen Abwicklung.

Zum einen können durch die im KANBAN-System vorliegenden klaren Regeln und standardisierten Abläufe verschiedene Tätigkeiten, wie bspw. Wareneingangs- und Lagertätigkeiten, Bestellabwicklungsprozesse in Einkauf und Disposition oder eine doppelte Qualitäts- und Mengenkontrolle beim Abnehmer, weitgehend entfallen. Andererseits lassen sich die erforderlichen administrativen Funktionen zu einem großen Teil dezentral in die Fertigung übertragen.

Die dadurch ermöglichte Umgehung von Zentralfunktionen erlaubt weitere Effizienzsteigerungen. Insbesondere die Reduzierung der Beleg- und Formularanzahl kann zum Wegfall ganzer Bearbeitungsschritte in den indirekten Bereichen führen. Bspw. können bei entsprechender Codierung auf der KANBAN-Karte, unter Voraussetzung einer DV-technischen Anbindung des Lieferanten, die Erstellung einer Abrufbestellung sowie Verbuchungstätigkeiten vollständig beleglos und automatisiert ablaufen. Weitere monetär schwer quantifizierbare Wirkungen ergeben sich bei Wiederbeschaffungs-, Liefer- und Durchlaufzeiten sowie bei der Liefertreue. Diese Größen stellen entscheidende Erfolgsfaktoren in der Lieferanten-Abnehmer-Beziehung dar und haben wesentlichen Einfluss auf deren Wettbewerbsfähigkeit.

Durch die enge Koppelung der Lieferanten an die Hersteller über längerfristige KANBAN-Verträge und durch die Umgehung von Zentralfunktionen können die Wiederbeschaffungszeiten um bis zu 92% gesenkt werden. Auch die Durchlaufzeit von Wareneingang bis zum Verbrauchsort wird im Zuge von Direktanlieferungskonzepten und einer vereinfachten administrativen Abwicklung im Wareneingang erheblich verkürzt. Die geregelten und im KANBAN-Vertrag festgelegten Leistungsanforderungen an Lieferqualität, Lieferzeit und Liefermenge und die daraus resultierende verbesserte Abstimmung zwischen Lieferant und Abnehmer führt zu einer deutlichen Steigerung der Liefertreue um bis zu 21%. Außerdem können durch die stärker am tatsächlichen Verbrauch ausgerichtete Zulieferung von Teilen Bestandssenkungen von durchschnittlich 56% erzielt werden. Dies bedeutet sowohl eine verbesserte Kostenposition, als auch eine Freisetzung von liquiden Mitteln. Durch die Reduzierung der Lieferzeiten kann zudem die Wettbewerbssituation gestärkt und auf diese Weise eine Steigerung der Kundenzufriedenheit und Kundenbindung ermöglicht werden.