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Es gibt vordefinierte Instrumente der Auftragsabwicklung.

Im Verlauf der Auftragsabwicklung werden große Datenvolumina in den Unternehmen bearbeitet sowie zwischen den Partnern in der Wertschöpfungskette ausgetauscht. Insbesondere für Unternehmen mit einer geringen Fertigungstiefe, wie etwa Handels- oder Logistikunternehmen, hat die Effizienz der Datenverarbeitung daher eine herausragende Bedeutung.

 

Instrumente der Auftragsabwicklung:

  1. Electronic Data Interchange (EDI): Zur Übermittlung der Auftragsdaten kann auf international standardisierte Nachrichtenformate zurückgegriffen werden, die entweder branchenspezifisch (ODETTE) oder branchenunabhängig (Electronic Data Interchange for Administration, Commerce and Transport – EDIFACT) aufgebaut sind. Die vorangeschrittene Normung ermöglicht es, den kompletten Datenaustausch (Produkt-, Auftrags-, Auftragsstatus-, Transport- sowie Abrechnungsinformationen) über solche akzeptierten Schnittstellen abzuwickeln.

  2. Electronic Commerce: über den Einsatz des Internets ist es möglich, einen Teil der administrativ-kaufmännischen Auftragsabwicklung in einem direkten, EDV-gestützten Dialog mit den Kunden abzuwickeln und dabei auf fertige Standards zurückgreifen zu können. Das beinhaltet die Übermittlung und Einlastung des Auftrages in das EDV-System des Unternehmens sowie die Abwicklung des Zahlungsverkehrs. Im Extrem erfolgt die komplette Kommunikation zwischen Kunden und Unternehmen vollständig und über die gesamte Dauer der Kundenbeziehung ausschließlich über diese Schnittstelle.

  3. Prognosesysteme: Unternehmen mit anonymer Auftragsabwicklung sind zur Planung und Steuerung der eigenen Produktion auf eine Prognose der Nachfrage nach Fertigprodukten angewiesen. Integrierte Produktionsplanungs- und Steuerungssysteme beinhalten üblicherweise Module zur Bedarfsprognose.

  4. Distribution Requirements Planning (DRP): In Distributionssystemen mit mehreren Distributions- und Lagerstufen ist es erforderlich, die in einer Periode erzielten Abverkäufe auf den einzelnen Stufen in die zentrale Produktionsplanung einfließen zu lassen. DRP-Systeme leisten eine solche Bedarfsverdichtung.

  5. Produktionsplanung und –steuerung (PPS, MRP): Die Abwicklung des Kundenauftrages erfordert eine Kapazitätsplanung, eine Materialbedarfsplanung, eine Terminplanung sowie eine Auftragsfreigabe und Produktionssteuerung. PPS-Systeme decken diese Funktionsbereiche ab.

  6. Warenwirtschaftssysteme (WWS): Die Auftragsabwicklung auf den Handelsstufen reduziert sich auf die Auslösung von Aufträgen zur Wiederauffüllung der Bestände auf ein vordefiniertes Niveau. Wenn es gelingt, die Lagerauffüllungen am POR (Point of Receipt), sowie die Lagerabgänge am POS (Point of Sale) zu protokollieren, können Warenwirtschaftssysteme den Replenishment Cycle automatisieren.