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Electronic Data Interchange (EDI) steht im allgemeinen für den automatisierten Austausch von Handelsdaten zwischen Geschäftspartnern.

Die Daten werden von einem Anwendungsprogramm des Senders an ein Anwendungsprogramm des Empfängers ohne personelle Eingriffe oder Modifikationen weitergegeben.

Der Electronic Data Interchange erfordert, dass zum zwischenbetrieblichen Datenaustausch Telekommunikationseinrichtungen und Wide Area Networks (WAN) eingesetzt werden, um die Datenfernübertragung durchzuführen.

Damit eine reibungslose Kommunikation zwischen den Partnern erfolgen kann, werden standardisierte und normierte Protokolle zum Datenaustausch verwendet, die sowohl Vorgaben machen bezüglich der Syntax (Ordnung der übertragenen Zeichen und Zeichenverbindungen innerhalb einer Nachricht) als auch hinsichtlich der Semantik (Bedeutung von Zeichenfolgen). Der Einsatz von Electronic Data Interchange ist insbesondere für zeitkritische Transaktionen mit starkem Routinecharakter und hohem Datenvolumen interessant.

Durch die Nutzung von Electronic Data Interchange können der manuelle Erfassungsaufwand zur Weiterverarbeitung von Daten sowie die damit i.d.R. verbundenen Eingabefehler reduziert bzw. vermieden werden. Der besondere Vorteil des Einsatzes von Electronic Data Interchange aus logistischer Sicht besteht darin, dass durch den automatisierten Datenaustausch eine Beschleunigung der Informationsflüsse erreicht werden kann. Damit werden prinzipiell zusätzliche zeitliche Handlungsspielräume für eine verbesserte Disposition von Güterflüssen geschaffen, die zu Kostensenkungen und/ oder Leistungsverbesserungen führen können.

Für logistische Betriebe sind auf Grund ihres Einsatzbereiches und ihrer Verbreitung bezüglich des Electronic Data Interchange drei Protokolltypen relevant:

  • ODETTE (Organisation for Data Exchange by Tele Transmission in Europe) in der Automobilindustrie zur Auftragsabwicklung

  • SEDAS (Standardregelungen einheitlicher Datenaustauschsysteme) für den Handel zur Bestellabwicklung

  • EDIFACT (Electronic Data Interchange for Administration, Commerce and Transport) in verschiedenen Branchen zum Informationsaustausch und Auftragsabwicklung

Beispiel: Im einfachsten Fall erhält der Spediteur vom Versender die Transportaufträge sowie die erforderlichen Warenbegleitpapier-Informationen per EDI-Nachricht und kann anschließend die Disposition der Fahrzeuge vornehmen. Um den Informationsfluss entlang der Transportkette zu beschleunigen, ist es ebenfalls möglich, dass der Spediteur dem Empfänger per EDI-Nachricht die Ladung avisiert. Dabei können z.B. Warennummern übertragen werden, mit denen die Artikel etikettiert sind und die der Warenempfänger bereits vor Eintreffen der Produkte für seine eigenen Planungen verwenden kann.

EDIFACT-Nachrichten können für die komplette Geschäftsabwicklung eingesetzt werden, um, neben der Auftragsabwicklung mit den Kunden und den Lieferanten,  die Frachtraumreservierung und –abrechnung mit Verkehrsbetrieben zu unterstützen, den internationalen Transport (Zolleinfuhrerklärungen) EDI-gestützt beschleunigt abzuwickeln, sowie den Abfertigungsstand von Transportaufträgen oder Sendungen abzufragen.

Insbesondere für Speditionen, die meist eine Vielzahl von Informationen mit einer großen Anzahl an Geschäftspartnern austauschen, ist die Optimierung der physischen Abläufe durch die Schaffung durchgängiger Informationsflüsse auf Basis standardisierter Datenaustauschprotokolle von großer Bedeutung.