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Ein Frachtführer ist nach den Bestimmungen des Handelsgesetzbuches (HGB) in § 425 „wer es gewerbsmäßig übernimmt, die Beförderung von Gütern zu Lande oder auf Flüssen oder sonstigen Binnengewässern auszuführen“.

Frachtführer sind also Transportunternehmen wie LKW-Transportunternehmen, Binnenschifffahrtsreedereien und Eisenbahngesellschaften sowie Fluggesellschaften.

Die Abgrenzung von Frachtführer zu Spediteur, der begrifflich sehr häufig mit der eigentlichen Funktion des Frachtführers in Verbindung gebracht wird, ergibt sich aus § 407 HGB. Spediteur ist, „wer es gewerbsmäßig übernimmt, Güterversendungen durch Frachtführer oder durch Verfrachter von Seeschiffen für Rechnung eines anderen (des Versenders) in eigenem Namen zu besorgen.“

Der Spediteur schließt somit Beförderungsverträge in eigenem Name ab, besorgt i.d.R. jedoch die Beförderung nicht selbst, sondern beauftragt damit 

einen Frachtführer. Die Aufgabe des Spediteurs ist daher auf die Vermittlung gerichtet, während der Frachtführer die Durchführung, d.h. das operative Geschäft, beherrscht. Vielfach nimmt der Spediteur im Beförderungsvertrag auch die Stellung des Auftraggebers ein. Frachtführer, die gleichzeitig die Funktionen des Spediteurs im Rahmen ihrer logistischen Aufgaben wahrnehmen, werden als Kraftwagenspediteure bezeichnet. Sie beauftragen im Untervertragsverhältnis entweder Subunternehmer oder führen mit eigenen LKWs im Rahmen des Selbsteintritts Beförderungen durch.