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Nach Gabler ist die Just-in-time-Produktion (JIT) ist als eine spezifische Denkhaltung oder Philosophie aufzufassen, die die Flussorientierung, die Vermeidung von Verschwendung, die ständige Verbesserung und Vereinfachung von logistischen Prozessen und Produkten als Zielsetzungen verfolgt.

Hinter dieser Denkhaltung verbirgt sich die Idealvorstellung eines synchronisierten, ununterbrochenen Fließens von logistischen Objekten durch die Logistikkette, begleitet durch komplementäre und abgestimmte Informationsströme. Auf diese Weise können langfristig die Lagerbestände gesenkt, die Stabilität der logistischen Prozesse (Prozesssicherheit) sowie die Qualität der Produkte erhöht und nicht zuletzt der Servicegrad verbessert werden. In der Praxis zeigt sich der Einfluss der Just-in-time-Produktion in dem konsequenten Bestreben vieler Unternehmen zur Vereinfachung und Rationalisierung der unternehmensinternen und –externen Material- und Informationsflüsse, in der Verfolgung von produktionssynchronen Beschaffungsstrategien sowie in einem zunehmenden Maße von Unternehmenskooperationen, die u.a. die Gestaltung logistischer Flüsse zum Gegenstand haben (Wertschöpfungspartnerschaften).

Als spezifische Vorteile von Logistiksystemen, die nach dem JIT-Prinzip geführt und gestaltet werden, gelten:

  • kürzere Durchlaufzeiten

  • verringerte Rüstzeiten

  • reduzierte Lagerbestände

  • übersichtlichere Prozesse

  • geringerer Platzbedarf

  • reduzierter Ausschuss

  • erhöhte Produktivität

  • flexiblere Produktion

  • besser motivierte Mitarbeiter

  • eine geringere Anzahl von Lieferanten und

  • ein höherer Servicegrad

Nach Vahlen ist die Leitlinie für die Just-in-time-Produktion die Vorstellung, dass der Kunde die Quelle aller Wertschöpfung ist. Dabei zielt die Wertschöpfungsperspektive der Just-in-time-Produktion auf eine Erhöhung der Effizienz aller Prozesse durch die Beseitigung von Verschwendung in Form von Beständen, Leerkapazitäten, Warte- und Liegezeiten. Für die organisatorische Gestaltung der Produktion bedeutet dies die Abkehr von Funktionen und die Betonung von Produkten und Zielen bei gleichzeitiger Übertragung von ganzheitlichen Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten. Der Faktor Zeit tritt als Indikator für die Anpassungsfähigkeit und –geschwindigkeit gleichrangig neben die am Markt relevanten Erfolgsfaktoren Produktivität, Kosten und Qualität. Zeit wird zum Schlüsselfaktor für die Gewinnung von Marktanteilen, Kapitalbindung in der logistischen Kette, Geschwindigkeit und Flexibilität bei der Umsetzung von Kundenwünschen in marktfähige Produkte und zeitgerechte Kundenbelieferung. Dies erfordert Produktionsstrukturen, die eine Umsetzung der Erfolgsfaktoren in Produkt-, Produktions- und Logistikmerkmale ermöglichen (Fertigungssegmentierung: Ziel ist es, die Kosten- und Produktivitätsvorteile der Fließfertigung mit der hohen Flexibilität der Werkstattfertigung zu verknüpfen — Entflechtung der Kapazitäten).