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Das Lager ist der Bereich eines Unternehmens, an dem gelagert wird bzw. ein Bestand an beweglichen Sachmitteln (Produktionsfaktoren, Halbfertig- oder Fertigerzeugnisse), der für eine bestimmte Zeit nicht in das Leistungsgeschehen einbezogen ist.

Aus logistischer Sicht dient das Lager der Zeitüberbrückung und nimmt regelmäßig drei Funktionen wahr: die zeitliche und mengenmäßige Ausgleichsfunktion, die Sicherungsfunktion sowie die Aussortierungsfunktion (Sortimentsbildung). In einzelnen Fällen dienen Lager auch Veredelungsfunktionen (Käse) oder spekulativen Zwecken (Kupfer).

In Unternehmen findet sich daher entlang der Wertschöpfungskette eine Vielzahl von Lagern mit jeweils spezifischen Aufgaben:

  • Wareneingangslager zur Kontrolle eingegangener Anlieferungen (Anlieferkonzepte),
  • Quarantänelager zur isolierten Aufbewahrung noch nicht qualitätsgeprüfter Materialien,
  • Rohmateriallager zur zeitlichen Entkoppelung von Materialanlieferung und Materialverbrauch,
  • Produktionszwischenlager zur zeitlichen Entkoppelung von Produktionsstufen sowie zur technisch bedingten Zwischenlagerung (z.B. Trocknung in Lackierstrassen),
  • Fertigwarenlager (Distributionslager) zur zeitlichen Entkoppelung von Produktion und Absatz (z.B. Produktion von Weihnachtsgebäck) sowie zur Kompensation von Nachfrageschwankungen.

Lager können weiterhin nach den einzulagernden Objekten (Gefahrgutlagerung, Kleinteilelager), nach der Lagertechnik (Durchgangslager, Hochregallager) oder nach der Verantwortung für den Lagerstand bzw. nach dem Eigentumsübergang an den Lagerartikeln (Konsignationslager) unterschieden werden.