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Definition Gabler: Zu den wichtigsten Lagerarten gehören: Fachbodenregallager zur losen Lagerung von Kleinteilen auf durchgehenden Regalböden;

Die Fachhöhe richtet sich nach den Eigenschaften des Lagergutes oder der Art der Ladeeinheit; Palettenregallager zur Lagerung von Gütern auf Paletten. Sie bestehen aus Regalständern und Regalauflagen; ihre Auflagefläche ist genormt; Einfahrregallager sind Palettenlager mit einer offenen Bedienseite; die palettierte Ware kann in mehreren Ebenen hinter- und übereinander gelagert werden; das FIFO-Prinzip ist nicht gewährleistet;

Durchlaufregallager haben neben- und übereinander angeordnete Durchlaufkanäle, in denen sich die palettierte Ware auf Rollenbahnen zur Entnahmestelle weiterbewegt. Beschickung und Entnahme erfolgt von zwei verschiedenen Seiten aus, das FIFO-Prinzip ist dadurch gewährleistet;

Verschieberegallager haben nebeneinander angeordnete Regaleinheiten (Fachboden- oder Palettenregal) auf fahrbaren Untersätzen und lassen sich parallel herausziehen oder längs verfahren; die Zugriffszeiten sind relativ lang;

Umlaufregallager, das Lagergut und die Lagergutaufnahme (Regal, Lagergestell) laufen gemeinsam um, entweder horizontal (Karussellregal) oder vertikal (Schrankpaternoster, Schlangenpaternoster); für Kleinteile wird der Schrankpaternoster, für Langgut der Schlangenpaternoster eingesetzt;

Kragarmregallager ist ein Speziallager zur Lagerung von Langgut (Stabstahl, Rohre) mit oder ohne Ladehilfsmittel (z.B. Langgut-Kassette); die Regalständer sind mit Querholmen ausgerüstet; Coilregallager ist ein Lager mit speziellen Auflageböden zur Lagerung von Blechbandrollen.

Definition Vahlens: Lager sind Knoten im logistischen Netzwerk, in denen Güter zeitweise festgehalten oder auf einen anderen Weg des Netzwerkes übergeleitet werden. Lagerhäuser werden in den Regel nach ihrer räumlichen Anordnung oder nach ihrer primären Funktion klassifiziert, wobei sich die Kriterien in der Praxis überschneiden.

Folgt man der erstgenannten Klassifikation, so lassen sich folgende vier Lagerarten unterscheiden:

  • Werkslager: auch Fertigwarenlager genannt, sind räumlich bei einer Produktionsstätte angesiedelt, deren jeweiligen Fertigwarenausstoß sie meist zum kurzfristigen Mengenausgleich aufnehmen. Sie enthalten nur das am Ort produzierte Warensortiment.

  • Zentrallager: stellen die den Werkslagern nachgeordnete Lagerstufe dar. Ihre Anzahl ist meist sehr begrenzt, doch enthalten sie jeweils die gesamte Sortimentsbreite des Unternehmens. Ihre Funktion besteht darin, bei Existenz nachgeordneter Lagerstufen für ein Nachfüllen der Bestände zu sorgen. Bei einer zentralisierten Distributionsstruktur werden in Zentrallagern die Waren in den jeweils vom Kunden bestellten Mengen und Sorten zur Auslieferung bereitgestellt.

  • Regionallager: Aufgabe von Regionallagern ist es, innerhalb einer bestimmten Absatzregion, die aus mehreren Verkaufsgebieten besteht, einen Puffer zu Produktion und Absatzmarkt zu schaffen und durch eine Bestandshaltung vor- und nachgelagerte Lagerstufen zu entlasten. In Regionallagern werden nur Teile des Sortiments gehalten.

  • Auslieferungsläger (Distributionsläger): Auf der untersten Stufe der Lagerhierarchie stehen die Auslieferungslager, die dezentral im gesamten Verkaufsgebiet angeordnet sind. Ihre Aufgabe besteht in einer Vereinzelung der Mengen zu den von den Abnehmern georderten Einheiten und deren Bereitstellung zur Auslieferung. Auslieferungslager sind einem bestimmten Verkaufsbezirk und den darin ansässigen Kunden direkt zugeordnet. Sie enthalten nicht zwingend das gesamte Sortiment, sondern in der Regel – regional unterschiedlich – die jeweils absatzstarken Produkte.

Nach ihrer Funktion lassen sich unterscheiden:

  • Vorratslager, die eine hohe Kapazität für die Aufnahme von zu lagernden Gütern zur Verfügung stellen und meist einem Produktionsbetrieb zugeordnet sind. Es dominieren die Lagerprozesse gegenüber den Bewegungsprozessen.

  • Umschlaglager dienen der kurzfristigen Aufnahme von Gütern zwischen dem Umschlag von Transportmittel zu Transportmittel. Bei der Gestaltung von Umschlaglagern wird insbesondere die Möglichkeit zur Realisierung einer hohen Umschlaggeschwindigkeit angestrebt.

  • Verteilungslager dienen dazu, den Güterfluss in seiner Zusammensetzung zu ändern. Lager- und Bewegungsprozesse weisen hier eine ähnlich hohe Bedeutung auf. Die Verteilungsaufgabe kann entweder in einer Zulieferfunktion (Sammlung von Gütern unterschiedlicher Lieferanten und Verteilung an einen oder mehrere Produktions- bzw. Handelsbetriebe) oder in einer Auslieferungsfunktion (Sammlung von Gütern aus der Produktion und Auslieferung an den Kunden) bestehen.