Header Image Lexikon 1

Die Lagerplatzzuordnung erfolgt üblicherweise automatisch nach der Identifizierung der im Wareneingang des Lagers vereinnahmten Güter und wird durch das Lagerverwaltungssystem (LVS) vorgenommen.

Innerhalb des LVS sind prinzipiell Module integriert, deren Aufgabe es ist, eine optimale Ausnutzung der Lagerkapazität zu erzielen. Hierzu sind verschiedene Steuerungsstrategien möglich:

  1. feste Lagerplätze mit Volumenoptimierung

  2. Verwaltung mehrerer Artikelnummern pro Lagerplatz

  3. Zuordnung der einzulagernden Güter zum kleinstmöglichen verfügbaren Regalplatz

  4. Chaotische Lagerung

Bei der Verwaltung fester Lagerplätze pro Artikel wird in der Regel auf Basis der Artikelstammdaten und Volumendurchsätze eine einmalige Kapazitätsbedarfsoptimierung durchgeführt und anschließend die feste Lagerplatzzuordnung vorgenommen. Diese wird in periodischen Abständen wiederholt, um ggf. veränderte Nachfragebedingungen zu berücksichtigen.

Bei der Verwaltung mehrerer Artikelnummern pro Lagerplatz können Über- und Unterbestände von einzelnen Artikelnummern gegeneinander ausgeglichen werden. Somit wird die Raumnutzung optimiert.

Die Zuordnung der einzulagernden Güter zum kleinstmöglichen verfügbaren Regalfach erfordert eine Definition von Regalfachklassen, die auch als Datenbank für das Lagerverwaltungssystem verfügbar sein müssen. Durch die Nutzung kleinster verfügbarer Fachgrößen kann die Anzahl der Regalfächer bei gleich bleibendem Lagervolumen vergrößert werden.

Die chaotische Lagerung ordnet den einzulagernden Gütern Lagerplätze entsprechend den Kriterien Raumnutzung oder Verfügbarkeit bzw. Umschlaghäufigkeit zu und wählt dementsprechend häufig wechselnde Lagerorte für dieselben Artikel. Auch hier wird eine bessere Nutzung der verfügbaren Lagerkapazität durch den möglichen Ausgleich von Über- oder Unterbeständen erzielt.

Bei Verwendung von Regalbediengeräten muss bei der gewählten Einlagerstrategie zudem noch das Auftreten möglicher Systemausfälle berücksichtigt werden. Daher werden gesonderte Vorkehrungen getroffen, wie bspw. die Bereitstellung eines separaten Rechnersystems, das die Lagerverwaltung übernehmen kann. Ebenfalls üblich ist die sogenannte Querschnittseinlagerung, die die Einlagerung des gleichen Artikels in verschiedenen Lagerplätzen vorsieht, wobei diese von verschiedenen Regalbediengeräten anfahrbar sind. Bei dem Konzept einer Priorisierung von Auslagerbewegungen können die vom Lagerverwaltungssystem normalerweise vorgeschlagenen Doppelspiele unterdrückt werden. Somit werden Auslagerungen gegenüber Einlagervorgängen bevorzugt, da diese zur Sicherstellung des Lieferservice i. A. von höherer Bedeutung sind.