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Aufgaben des strategischen Managements sowie der strategischen Logistikplanung sind die Suche und der Aufbau neuer sowie der Erhalt und der Ausbau bestehender Erfolgspotenziale mit dem Ziel der langfristigen Sicherung des Unternehmens.

Geschäftsstrategien sind als Wettbewerbsstrategien zu charakterisieren, durch die festgelegt wird, auf welche Weise sich bei einer bestimmten Produkt-Markt-Kombination Wettbewerbsvorteile erzielen lassen. Nach Porter kann man drei Typen solcher Strategien unterscheiden:

  • die branchenweite Kostenführerschaft

  • die branchenweite Differenzierung

  • und die Konzentration auf Schwerpunkte (Marktnischen), wobei man letztere auch als die Anwendung der beiden ersten Strategien im Fall der Beschränkung auf ein Marktsegment interpretieren kann.

Die Strategie der umfassenden Kostenführerschaft in einer Branche erfordert eine konsequente Ausnutzung des Erfahrenkurveneffektes zur Senkung der Stückkosten und damit verbunden einen aggressiven Aufbau von Kapazitäten sowie eine strenge Kostenkontrolle. Sie kann auch als Volumenstrategie bezeichnet werden. Logistiksystem müssen in der Lage sein, großlig;e Gütermengen in räumlich ausgedehnten Märkten zu möglichst niedrigen Kosten zu bewältigen. Die Strategie der Differenzierung besteht darin, dem Produkt in den Augen des Kunden eine Sonderstellung zu verschaffen, so dass es branchenweit als einzigartig angesehen wird. Die Differenzierung kann hierbei entweder über die Schaffung eines Markenimages oder über die Produktqualität bzw. die Ausstattung des Produktes mit zusätzlichen Dienstleistungen erfolgen. Zu solchen differenzierenden Dienstleistungen zählt insbesondere auch ein hohes Lieferserviceniveau. Die Strategie der Konzentration auf Schwerpunkte erfordert eine Beschränkung auf eine bestimmte Abnehmergruppe, einen regionalen Markt oder eine enge Produktlinie innerhalb einer Branche.

Sie wird auch als Spezialisierungsstrategie bezeichnet. Diese Strategie kann einfach Logistiksysteme zur Folge haben, wenn keine logistischen Netzwerke zur Versorgung ausgedehnter Märkte notwendig sind. Sie kann aber auch eine komplexe Abstimmung des Logistiksystems auf die umfassenden Servicebedürfnisse eines spezifischen Marktsegments erforderlich machen.

Ist die Logistik für Unternehmen von strategischer Bedeutung, so hat das Unternehmen im Bereich der Logistik Kernkompetenzen aufzuweisen. Solche Logistikkompetenzen, die eine exzellente Logistik auszeichnen, sind die Positionierung der Logistik, die Integration der Logistik, die Kundennähe der Logistik und die Messung in der Logistik (Logistikportfolio). „Positionierung“ beinhaltet die Verankerung der Logistikkonzeption als Unternehmensprinzip (Leitungs- oder Managementkonzept) sowie die intra- und innerorganisatorische Verankerung der Logistik im Unternehmen bzw. im Beschaffungskanal und im Absatzkanal. „Integration“ umfasst die Instrumente und Verfahren zur Implementierung des bereichs- und unternehmensübergreifenden logistischen Systemdenkens. „Kundennähe“ beinhaltet die Ausrichtung des Logistikprozesses an den Problemen des Kunden; Logistikprozesse dienen dazu, dem Kunden bei seinem Geschäft zum Erfolg zu verhelfen. „Messen“ enthält die Etablierung von Messgrößlig;en zur Messung der Effizienz und Effektivität logistischer Systeme und Prozesse.

Der Aufbau einer exzellenten Logistik auf der Basis dieser Logistikkompetenzen führt zu relativ lang existierenden Wettbewerbsvorteilen. Dies ist besonders wichtig, da die Entwicklung und Implementierung einer situativ angepassten Logistikkonzeption mindestens drei bis fünf Jahre dauert.