Header Image Lexikon 1

Logistikqualität ist in Anlehnung an den DIN ISO 8402 definierten Qualitätsbegriff als Eignung eines Logistikprozesses zu verstehen, die vom Kunden geforderte Logistikleistung zu erbringen.

Eine logistische Leistung gilt immer dann als erfüllt, wenn der Kunde (in der vorausgesetzten Qualität und zum vorausgesetzten Preis) die richtigen Erzeugnisse in der richtigen Menge am richtigen Ort zum richtigen Zeitpunkt erhält.

Um dieses Ziel zu erreichen, werden die Prinzipien und Methoden des technischen Qualitätsmanagements auf die logistische Prozesskette übertragen und zum logistischen Qualitätsmanagement zusammengefasst. Grundsatz des logistischen Qualitätsmanagements ist es, die Logistikqualität nicht mehr durch Sondermaßnahmen, wie z.B. Eilaufträge oder Auswärtsvergabe zu erreichen, sondern durch die Beherrschung der Prozesse selbst sicherzustellen. Die Verwirklichung dieses Grundsatzes erfolgt im logistischen Qualitätsmanagementsystem mit den Mitteln Qualitätsplanung, -lenkung und -verbesserung.

Die zwei grundlegenden Qualitätsmerkmale der Logistikleistung sind Lieferfähigkeit und Liefertreue. Die Lieferfähigkeit ist ein Maß dafür, inwieweit die vom Kunden geforderte Logistikleistung vom Unternehmen zugesagt werden kann. Beispielsweise beträgt die Lieferfähigkeit 85%, wenn innerhalb eines Jahres von 1000 Kundenanfragen 850 Aufträge mit der vom Kunden geforderten Logistikleistung (Menge, Termin, Ort) zugesagt werden können. Die Liefertreue bewertet demgegenüber die Leistungserbringung eines Prozesses. Die Kennzahl gibt an, wie groß der Anteil der vollständig und pünktlich abgelieferten Aufträge an allen abgelieferten Aufträgen ist.

Aus diesen beiden Qualitätsmerkmalen leiten sich die untergeordneten logistischen Qualitätsmerkmale ab. So gliedert sich die Liefertreue in die Qualitätsmerkmale Durchlaufzeittreue, Termintreue, Bestandstreue und Auslastungstreue, aus denen sich wiederum weitere Qualitätsmerkmale ableiten lassen.

In Abhängigkeit vom Zeithorizont lässt sich eine lang-, mittel- und kurzfristige Betrachtung unterscheiden. Kurzfristig verfolgt die Qualitätslenkung den Durchlauf einzelner Aufträge und überwacht und beeinflusst ihre Terminhaltung. Mittelfristig wird die Liefertreue überwacht und verbessert. Langfristig wird in der Qualitätslenkung untersucht, ob der Produktionsprozess noch den Anforderungen des Marktes genügt, ob also die erforderliche Lieferfähigkeit des Prozesses gegeben ist.