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Das Push-Prinzip wird auch Bring-Prinzip genannt und ist ein ursprünglich aus dem produktionswirtschaftlichen Bereich kommendes Konzept zur Steuerung von Prozessabläufen.

Es wird häufig als konkurrierenden Prinzip zum Pull-Prinzip verstanden. Allgemein lässt sich die Funktionsweise eines nach dem Push-Prinzip gestalteten Produktions- bzw. Logistiksystems wie folgt beschreiben: aufbauend auf einem gegebenen Plan (z.B. Produktions- oder Distributionsplan) werden die aufeinander folgenden logistischen Aktivitäten (Transformationen, wie z.B. Produktions- oder Verpackungstätigkeiten) und die sie verbindenden Objektflüsse (Transfer, z.B. innerbetrieblicher Transport) durch das Logistiksystem geplant. Hierzu werden Planungsmethoden für die Ermittlung der notwendigen Aktivitäten, deren zeitliche Terminierung und die Bestimmung des jeweils korrespondierenden zeitlichen und physischen Ressourcenbedarfs eingesetzt. Die Erstellung solcher Ablaufpläne erfolgt routinisiert in Form eines rollierenden Planungskonzeptes. Hat ein logistisches Segment seine ihm zugeteilte Aufgabe erledigt, gibt es die Objekte an das, laut Ablaufplan anschließend zuständige, logistische Segment weiter.

Auf diese Weise werden die Objekte von einer Aufgabenerfüllung zur nächsten weiter „geschoben“ oder ge-„pusht“. Die Qualität der Ablaufpläne, die sich in dem Grad der realen Durchführbarkeit der geplanten logistischen Abläufe äußert, hat entscheidenden Einfluss auf die Effizienz eines solchen nach dem Push-Prinzip gestalteten Logistiksystems. Im theoretischen Idealfall sind in einem solchen Ablaufplan sämtliche Aktivitäten so genau miteinander verzahnt, dass bis auf in Transfer befindliche Objekte keine Zwischenlagerbestände durch Wartezeiten entstehen, und sich die Durchlaufzeiten auf die notwendigen Transformations- und Transferzeiten beschränken. In der Praxis wird das Push-Prinzip in sogenannten Produktionsplanungs- und –steuerungssystemen (PPS) nach dem Material Requirements Planning (MRP I) bzw. Manufacturing Resource Planning (MRP II) Konzept realisiert.