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Die Aufgabe der Tourenplanung ist die Zuordnung von Objekten zu Transportmitteln und die Bestimmung von Bedienreihenfolgen zwischen Knoten.

Im Vergleich zum allgemeinen Fall eines Transportproblems müssen bei der Tourenplanung alle Objekte einen gemeinsamen Ausgangspunkt besitzen und alle Knoten werden auf Touren (Umläufen, Rundfahrten) bedient. Als Restriktionen ist eine begrenzte Anzahl an Transportmitteln mit einer bestimmten Kapazität, Zeitfenster für die Bedienung der Knoten und Zusammenladungsverbote von Objekten zu berücksichtigen. Zu einem Problem bei der Tourenplanung kommt es, wenn ein Transportmittel aus Zeit- oder Kapazitätsgründen, nicht alle Knoten eine Tour beliefern kann. Diese grundsätzliche Aufgabenstellung kann in mehreren Varianten und Problemfacetten erscheinen.

Statt eines Auslieferungsproblems kann ein Sammelproblem (Abholung von Hausmüll) oder eine Kombination von Abholung und Zustellung vorliegen (Zustellung oder Abholung von Stückgütern). An die Stelle des Transports von Gütern tritt in der Praxis auch der Transport von Personen (öPNV). Es ist denkbar, dass eine Tour über mehrere Depots führt bzw. die Touren von mehreren Depots gleichzeitig geplant werden. Man spricht in einem solchen Fall von Mehrdepotproblem.

Betriebswirtschaftliche Bedeutung der Tourenplanung: Tourenplanungssysteme versprechen die Disposition in verschiedenster Weise zu entlasten. Zunächst bilden sie die täglichen Dispositionsaufgaben in einer transparenten und standardisierten Struktur ab. Alles das, was der Disponent an kundenseitigen Informationen und an fahrzeugbezogenen bzw. sonstigen betrieblichen Restriktionen in seine tägliche Arbeit einbezieht, wird durch das System sichtbar gemacht. Somit ist dieses Know-how zuverlässig gespeichert und jederzeit abrufbar. Mit Hilfe der implementierten mathematischen Verfahren generieren die Tourenplanungssysteme Vorschläge, wie die Touren eines Verladers oder Transportdienstleisters gestaltet sein sollten. Gegenüber der manuellen Disposition führen diese Verfahren zu Zeit- und Streckenersparnissen, da der Disponent auf Grund zu großer Komplexität der Aufgabe (vielfältige Kombinationsmöglichkeiten von Aufträgen, Fahrzeugen, Fahrerbesetzung, Streckenführungsalternativen) kaum zu gleichbleibend zuverlässigen Ergebnissen kommen kann. Schließlich entlastet es den Disponenten von Schreib- und Rechenarbeiten und erstellt automatisch Tourenlisten, sowie detaillierte Statistiken. Eine der herausragenden Merkmale eines Tourenplanungssystems ist die Möglichkeit, bei geänderten Voraussetzungen die Tourenplanung neu anzustoßen oder die betriebswirtschaftlichen Konsequenzen alternativer Szenarien auszuweisen. Man denke dabei an den unvorhergesehenen Ausfall eines Subunternehmers oder an die Konsequenzen für die Kosten der jeweiligen Belieferungstour eines neuen Kunden . Der Nachweis von Rationalisierungserfolgen durch den Einsatz von computergestützten Tourenplanungssystemen erweist sich als schwierig, da sich die Effekte an unterschiedlichen Bezugsgrößen zeigen. Die Erfolge zeigen sich an Fahrkilometern, Fahrzeiten, der Reduzierung von Fahrzeugen, der Verringerung der Tourenzahl und ggf. der Reduzierung von Dispositionskosten.